Manches bleibt uns verborgen, nur der HERR, unser Gott, kennt es. Doch was er von uns erwartet, hat er uns und unseren Nachkommen für alle Zeiten offenbart: Wir sollen nach allen Weisungen in diesem Gesetz leben.
5. Mose 29,28
Der Vers zeigt uns, dass es Dinge gibt, die nur Gott kennt. Zum Beispiel die Motive, die Wege, die Zukunft und verborgene Zusammenhänge. Wir müssen nicht alles erklären oder kontrollieren. Das entlastet und schützt vor religiösem Perfektionismus. Gleichzeitig sagt der Vers: Es gibt genug, was klar und offen vor uns liegt – Gottes Weisungen, der Ruf zur Gerechtigkeit, zur Nächstenliebe, zur Treue. Wir sollten uns auf das konzentrieren, was wir tun können, nicht auf Spekulationen. Wenn es darin heißt „uns und unseren Nachkommen“ dann ist damit gemeint, dass Glaube nicht reine Privatsache ist, sondern Ausstrahlungskraft hat. An uns liegt es, dass wir Werte und das Vertrauen an Gott an nachfolgende Generationen weitergeben.
Im Vers wird auch unausgesprochen eine Grenze gesetzt: Was Gott verborgen hält, steht außer Gott sonst keinem zu. Niemand sollte so tun, als wüsste er über das Verborgene Bescheid und sollte dieses angebliche Wissen dafür benutzen, über andere zu herrschen oder sie damit zu manipulieren. Es gibt sie, die Gottversteher, die behaupten, genau zu wissen, wie Gott denkt und handelt und oft nur religiöse Besserwisser sind. Es tauchen auch Menschen auf, die komplexe biblische Themen mit absoluter Sicherheit auslegen und kaum Raum für alternative Deutungen lassen. So entsteht leicht der Eindruck, hier spreche jemand mit vollständigem Überblick über Gottes Plan. Wenn solche Leute auftreten, ist immer Vorsicht geboten.
Der Vers setzt den Focus auf das Wesentliche: Er ruft auf, sich nicht mit Nebensächlichkeiten, Endzeitrechnungen oder dogmatischen Detailkämpfen zu verlieren. Entscheidend ist für uns: Nach dem Willen Gottes im Alltag zu leben.