Zu welchem „Kirchentyp“ gehörst Du?
Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast!
Psalm 139,14
Die EKD (2024/25) und die evang. Landeskirche Nord (2023) haben unabhängig voneinander vom Institut aserto Befragungen durchführen lassen. Daraus wurden Typologien der Kirchenmitglieder entwickelt. Bei der Studie für die EKD kam man zu folgender Einteilung:
Religiös-Verbundene (13%)
Gesellschaftlich-Verantwortungsbewusste (19%)
Modern-Pragmatische (11%)
Ereignisorientiert-Empfindsame (15%)
Gesetzt-Zurückhaltende (21%)
Gleichgültig-Distanzierte (21%)
Warum wird so etwas gemacht? Offensichtlich versucht die Kirche verzweifelt, ohne Kosten zu scheuen, dem grassierenden Mitgliederschwund zu begegnen. Man will sich mehr auf die Bedürfnisse der Menschen einstellen und entsprechende Angebote bereitstellen. Dafür wird eine künstliche Typologie erzeugt, um herauszufinden, wie „Evangelische ticken” (MIDI-Magazin). Dies ist bereits vom Ansatz her falsch. Trotz aller Beteuerungen, man habe nur eine Orientierungshilfe schaffen wollen, keinesfalls ein Schubladensystem, wird die Kommunikation damit nur noch mehr erschwert. Denn dabei wird der einzelne Mensch mit seiner ganz individuellen Lebensgeschichte aus dem Blick verloren. Die Gefahr ist groß, dass man ihn in Kategorien einordnet, die er selbst nie wählen würde, wodurch ein „Wir wissen schon, wie du tickst“-Effekt entsteht. Indem man den Menschen zu einem Muster reduziert, entfernt man sich weit vom christlichen Menschenbild, das von Einmaligkeit, Unverwechselbarkeit, Freiheit und Würde geprägt ist.