Nützliche Gedankenfilter
Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht!
Philipper 4,8
Die bekannte Psychologin Dr. Eva Wlodarek rät, aufsteigende Gedanken, die besonders durch die Bemerkungen anderer entstehen – „Das kannst du nicht“ oder „Du bist immer so …“ –, nicht ungeprüft zu übernehmen. Solche Gedanken können sich wie kleine Stachel festsetzen. Man sollte sich fragen: Hilft mir dieser Gedanke weiter? Macht er mich stärker, klarer und handlungsfähiger? Oder schwächt er mich, verunsichert er mich und macht mich klein? Wenn ein Gedanke nicht nützlich ist, schlägt sie vor, ihn durch einen realistisch-positiven zu ersetzen. Ein Beispiel: Aus „Die anderen finden mich unkompetent“ wird „Ich weiß, was ich kann – und ich kann mich weiterentwickeln.“
Wir können uns den Vers aus Philipper auch als nützlichen Gedankenfilter in sieben Stufen vorstellen. Nehmen wir einen aufsteigenden Gedanken und prüfen ihn.
- Ist es wahrhaftig?
Stimmt das überhaupt? Oder ist es nur eine Befürchtung, eine Übertreibung, eine alte innere Stimme? - Ist es ehrbar?
Hebt mich dieser Gedanke innerlich aufrecht – oder macht er mich klein, schäbig, bitter? - Ist es gerecht?
Beurteilt er mich oder andere fair? Oder ist er einseitig, hart, ungerecht? - Ist es rein?
Ist er frei von destruktiver Energie – Neid, Groll, Misstrauen, Selbstverachtung? - Ist er liebenswert?
Führt er mich zu Liebe, Güte, Wohlwollen – oder weg davon? - Hat er einen guten Ruf?
Würde ich diesen Gedanken jemandem anvertrauen, den ich respektiere?
Oder wäre er mir peinlich, weil er nicht meinem besten Selbst entspricht? - Ist er tugendhaft und lobenswert?
Bringt er etwas Gutes hervor? Baut er auf? Führt er zu Dankbarkeit, Mut, Frieden?
Philipper 4,8 ist wie ein Sieb, das Gott uns in die Hand gibt. Alles darf hineinfallen – aber nur das, was Gott gefällt, soll bleiben. Der Rest kann weiterfließen.