Gastfreundschaft unter Christen
Mein lieber Freund! Du setzt dich sehr für die Brüder ein – sogar für solche, die in eurer Gemeinde nur Gäste sind.
3. Johannes 1,5
In seinem kurzen Brief lobt Johannes die Gastfreundschaft von Gajus. Dieser hat für ihn fremde, reisende Christen freundlich aufgenommen. Missionare, Lehrer oder Boten konnten nur wirken, wenn sie in anderen Gemeinden versorgt wurden. Wer sie beherbergte, beteiligte sich an ihrem Dienst. Es gab damals noch keine Hotels und keine sicheren Reisewege. Gastfreundschaft bedeutete Schutz, Nahrung und Gemeinschaft. Andererseits waren die Missionare keine reiselustige Egoisten, die es nur auf freie Kost und Logis abgesehen hatten. Sie hinterließen geistliche Ermutigung, indem sie lehrten, predigten, die Gemeindeglieder ermutigten und ihren Glauben stärkten. Das war schließlich der eigentliche Grund ihrer Reise. Darüber hinaus stärkten sie auch die Verbindung zwischen den einzelnen Gemeinden. So überbrachten sie Nachrichten, sammelten Eindrücke und hielten die frühe Kirche so verbunden und lebendig.
In den Versen 9–10 beschreibt Johannes auch das Negativbeispiel Diotrephes, der „die Brüder nicht aufnimmt”. Noch heute kann es passieren, dass sich Gemeinden abschotten und lieber „unter sich” bleiben wollen. Dadurch verlieren sie an Lebendigkeit und begeben sich in geistige Enge und Isolation. Dabei sind Christen aufeinander angewiesen. Niemand wächst im Glauben allein. Wir brauchen Begegnung, Austausch und Ermutigung.