Kann die Seele dürsten?

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue? Psalm 42,3

Da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten. Matthäus 2,1-2

Ja, die Seele kann große Not haben und wenn man es mit Durst vergleicht, dann wissen wir wie sehr uns dieser antreibt, nach Wasser zu lechzen. Wir haben als Kinder nach dem Sport den Wasserhahn im Mädchen-WC belagert, um unseren Durst zu stillen. Wenn ich heute daran denke, dann wundere ich mich, dass wir nicht krank geworden sind.

Gerade habe ich mich mit einem Glaubensbruder aus der Schweiz unterhalten, der nach dem Reich Gottes dürstet, denn er lebt in diesen Zeiten alleine und isoliert. Wie sehr dürstet da unsere Seele auch nach dem lebendigen Gott. Doch wir haben Sein Wort, das uns tröstet und ins Gebet führt; für das, was wir am nötigsten brauchen – Liebe untereinander, damit wir die Welt und ihre Not besser ertragen. Dankbar sind wir, wenn der Herr uns gemeinsam ins Gebet ruft für andere Menschen, die ER uns ans Herz legt.

Hier noch ein Gedicht von mir an euch!

https://www.youtube.com/watch?v=RLq2CXHfoR8

Eine Antwort auf „Kann die Seele dürsten?“

  1. Im Matthäus-Vers wird berichtet, dass Weise aus dem Morgenland (sie werden hier so genannt, es waren aber nur Magier und Wahrsager mit eingeschränktem Blick) den neuen König von Israel gesucht und einen Stern verfolgt hatten. Deutlich wird im weiteren Verlauf der Geschichte, dass es nur ihre Neugier war, die sie trieb und dass sie eine völlig falsche Vorstellung von diesem neugeborenen König der Juden hatten. Diese Art des Sehens ist auch heute noch weit verbreitet. Erst gestern hörte ich in einer TV-Weihnachtssendung den Moderator von einem guten Stern sprechen, unter dem wir stehen sollten. Hier wird der Kern der Weihnachtsbotschaft („Euch ist der Heiland geboren.“) vollkommen ausgeklammert. Nicht Christus, der Retter, sondern der Stern ist im Vordergrund. Das wäre so, als würde ein Hotelier seinen Urlaubsgästen sagen: „Geht in diese Richtung etwa einen Kilometer, dann seht ihr ein Schild mit Pfeil und der Aufschrift ‚Niagara Falls‘. Das ist ein sehr schönes Motiv, von dem ihr ein Foto machen könnt, und dann kommt wieder zurück.“ Da würden die Gäste sagen: „Nein, nein, wir wollen nicht das Schild, sondern die Niagarafälle sehen und fotografieren.“

    Im Psalm wird vom wahren Durst der Seele gesprochen, dem lebendigen Gott nahe zu sein. Es ist hier wohl auch angebracht, da von einem Erscheinen vor Gottes Angesicht gesprochen wird, eher mit „Wann darf ich zu ihm kommen, wann darf ich ihn sehen?“ (Gute Nachricht) zu übersetzen. Hier wird ein inniger Wunsch ausgedrückt und der besondere Vorzug betont, wenn er sich dereinst erfüllen wird.

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