Sich sorgen

Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzt und esst euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf. Psalm 127,2

Euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. Matthäus 6,8

Das passt ja genau zu meinem Traum, indem ich zwei Frauen, die verzweifelt waren, mit den passenden Worte aufbaute, sodass sie wieder neuen Mut schöpften. Meine Andachtsseite sollte ihnen weiterhin neue Kraft geben, aber es ging der Stift erst nicht und dann schrieben sie, weil es ungewohnt für sie war, die Domain falsch. Soviel zum Traum.

Gestern habe ich keine Andacht geschrieben, obwohl ich dreimal begonnen hatte. Es fehlten mir richtigen Worte. Schon morgens diskutierten wir über Weihnachten, weil es mir wie jedes Jahr Sorgen bereitet. Gestern war im Bibeltext genau das Richtige für mich aber es war sehr persönlich. Den Segen weitergeben, den man selbst empfangen hat. Ja, das täte ich ja gerne, aber wenn es keiner hören will? Wir kamen zu einem guten Ergebnis: Wir schenken dem andern, was zu seinen Vorlieben passt und nehmen ihn so an, wie er ist.

Ja, das ist Weihnachten. Gott beschenkte uns mit dem, was wir am meisten brauchen – seinen liebenden Sohn. Weihnachten soll ein Abglanz von Seiner großen Liebe sein. Damit kann ich jetzt sehr gut leben. Dann backten wir Weihnachtsplätzchen und hatten einen gesegneten Tag.

Eine Antwort auf „Sich sorgen“

  1. Bei allem Nachsinnen über die Worte der Bibel dürfen wir nicht den Fehler machen zu glauben, dass es allein unsere geistige Leistung wäre, die uns weiterbringt in unserem Glaubensleben. Dann müssten die Hochschultheologen die Ersten sein, denen Gott Einlass gewährt in sein Himmelreich. Genauso ist es mit unseren quälenden Gedanken und Sorgen. Da steckt insgeheim der Wunsch dahinter, dass wir uns am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen könnten, wie es das Sprichwort sagt.

    Der Psalm 127 warnt jeden, der versucht, sich selbst zu optimieren, dass dies zum Scheitern verurteilt ist, wenn dabei vergessen wird, dass dies nur mit Gott gelingen kann. Man kann noch so früh aufstehen, sich noch so viele Gedanken und Sorgen machen, noch so viele Worte beim Beten machen (siehe Matthäus 6) – ohne Gott wird es nicht gelingen. Nur wer sich ihm ganz unterstellt, dem gewährt er es. „Den Seinen gibts der Herr im Schlaf.“ In der Luther-Übersetzung wird hier von „Freunden“ gesprochen. Da liegt die Nebenbedeutung von Kamerad, Gefährte, Anhänger allzu nahe. Die „Seinen“ drücken ein noch viel innigeres Verhältnis aus. Deshalb müssen die Seinen auch nicht so viele Worte machen, wenn sie beten. Denn: „Euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.“ So kommen eben viele unserer Erkenntnisse erst durch die stille Gewissheit zustande, dass nicht wir die Urheber sind. Sie kommen nicht, wenn wir es wollen, sondern manchmal erst, wenn wir darüber geschlafen haben.

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