Das Streben nach Reichtum

Besser wenig mit der Furcht des HERRN als ein großer Schatz, bei dem Unruhe ist. Sprüche 15,16

Was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele?
Markus 8,36

Gestern beschäftigte sich mein Kommentar mit dem sogenannten „Wohlstandsevangelium“. Der Geist des wahren Evangeliums wird hier mit den Füßen getreten und angepasst an den modernen Materialismus unser aktuellen Kultur bzw. was sich so nennt. Das Perfide daran ist, dass Armut als mangelnde Gottesehre und damit als selbstverschuldet gedeutet wird. Umgekehrt gilt Reichtum als Auszeichnung und Lohn Gottes. Das ist schon eine ungeheuerliche Missdeutung des Bibeltextes.

In den vorliegenden Versen wird auf den Schaden hingewiesen, der durch die Jagd nach Erfolg und Reichtum entstehen kann. Es ist besser arm und Gott gehorsam zu sein als reich und voller Sorgen. Auch wenn dem Menschen die ganze Welt gehören würde, so bringt ihm das nichts, wenn er seine Seele dabei verliert. Der Vater im Himmel kennt die Bedürfnisse des Menschen besser und er versorgt ihn mit allem, was er nötig hat. In der Bibel werden die Wünsche nach Luxus und Verschwendung als ein Verfallensein ans Fleisch bezeichnet, das den Menschen von Gott trennt. Christen sollen sich Jesus zum Vorbild nehmen, ein einfaches Leben anstreben und ihre Gier nach Reichtum, Genuss und Ansehen zügeln. Dies geschieht, wenn sie sich innerlich verändern lassen durch die Hinwendung zu Gott.