Der Spiegel der Sünde

Josef sprach zur Frau des Potifar, die ihn verführen wollte: Wie sollte ich ein so großes Unrecht begehen und wider Gott sündigen? 1. Mose 39,9

Paulus schreibt an Timotheus: So sei nun stark, mein Kind, durch die Gnade in Christus Jesus. 2. Timotheus 2,1

Josef, der verkaufte Sohn Jakobs, hatte sehr viel Neid und Ungerechtigkeit durch seine Geschwister erlebt und es scheint, als käme er immer wieder vom Regen in die Traufe. Der Segen, der auf ihm lag, konnte ihm aber von den Menschen nicht genommen werden, denn Gott hatte mit ihm und seiner versöhnten Familie noch viel vor.
Es empfiehlt sich die ganze Geschichte zu lesen.

Warum diese Überschrift? Josef hat der Ehebrecherin den Spiegel vorgehalten. Deswegen, so würde ich sagen, sind Fromme nicht sehr beliebt, weil man an ihnen die eigenen Fehler sieht. Oft werden sie zur Projektionsfläche, um einen Begriff aus der Psychologie zu verwenden. Ebenso erging es den ersten Jüngern. Paulus tröstet somit den Timotheus mit liebevollen und auferbauenden Worten, damit Sein Glaube stark werde.

Eine Antwort auf „Der Spiegel der Sünde“

  1. Ich habe erst kürzlich von einem deutschen Autor und Politiker gelesen, der Promiskuität als ethisch überlegene Konzeption von Romantik und Sexualität erklärt. Dass in der heutigen Gesellschaft die gleichzeitige, nicht nur voreheliche Liebe zu mehreren Partnern offen als natürliche Form sexuellen Verhalten propagiert wird und die Monogamie als christliches Relikt bezeichnet wird, die es zu verabschieden gelte, ist zwar ein weithin feststellbares Symptom einer aus den Fugen geratenen Welt; dies soll aber nicht Thema sein für eine Betrachtung der Losungsverse. Altmodisch mag es klingen, aber ich gehe mal davon aus, dass es doch unter traditionell gesinnten Menschen, es immer noch als Verfehlung gilt, wenn ein Angestellter den Verführungskünsten der Frau eines Chefs erliegt. Es stellt einen doppelten Treuebruch dar. Eine Ehe wird gebrochen und das Vertrauen des weltlichen Herrn mit Füßen getreten.

    Der Text sagt aber, das Schlimmste wäre noch etwas anderes. Josef, dieser treue Diener, würde eine Sünde wider Gott begehen. Wenn er auch Potifar gegenüber seine Untreue verbergen würde können, so ist er sich darüber klar, dass sein oberster Herr alles sieht. Wenn Christen sexuelle Verfehlungen offen ansprechen, geraten sie ins Fadenkreuz der neuen Tugendwächter, die alles ablehnen, was mit Einschränkung der Freiheit des Einzelnen zu tun hat. Auch wenn man auf Unverständnis stößt und sich alle abwenden von einem, wie Paulus im 2. Timotheus berichtet, so darf man auf die Stärke vertrauen, die einem die Gnade Gottes verleiht.

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