Die Wahl Gottes

Amos sprach: Ich bin ein Rinderhirt, der Maulbeerfeigen ritzt. Aber der HERR nahm mich von der Herde und sprach zu mir: Geh hin und weissage meinem Volk Israel!
Amos 7,14-15

Als er aber am Galiläischen Meer entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Kommt, folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!

Markus 1,16-17

Wen Gott zum Dienst ruft, scheint etwas unverständlich. Ausgerechnet einfache Leute sind es oft, wie auch Gideon, dessen Geschichte mich hellhörig machte. Er konnte es nicht glauben, dass Gott ihn meinte und wollte ein Zeichen haben, denn er war doch nur ein Geringer in der Sippe, wie er es nannte. Gott aber gab ihm nur 300 Mann um die Überfälle der Medianiter zu vereiteln und sie gewannen den Kampf gegen das große Heer. Wo Gott beruft, da ist auch Seine Kraft und Sein Wirken. Das Volk hatte dann 40 Jahre Frieden. Was aber weiter geschah, ist hier in Richter 8,33 zu lesen:
…als Gideon gestorben war, da kehrten die Kinder Israels um und hurten [wieder] den Baalen (fremde Götter) nach und machten den Baal-Berit (zeitgeistliches Vorbild) zu ihrem Gott. 34 So gedachten die Kinder Israels nicht an den HERRN, ihren Gott, der sie aus der Hand aller ihrer Feinde ringsum errettet hatte, 35 und sie erwiesen keine Güte an dem Haus Jerub-Baal-Gideons, trotz allen Wohltaten, die er an Israel getan hatte.

Das hört sich nach Undank an. Wer hat es nicht schon erlebt, dass er in der Not zu Gott ruft, dann, wenn es ihm wieder besser geht, nicht mehr an IHN denkt und wieder seinen Neigungen nachgeht.

Wie siehst du dich? Lässt du dich rufen? Würdest du Jesus folgen? Was hätte das für Konzequenzen? Müsstest du etwas lassen, das dir wichtiger ist als ER? Denkst du, dass dich der Gehorsam Gott gegenüber einschränkt? Keine Angst, wenn Gott dich beruft, dann weißt du in deinem Herzen, dass ER für alles weitere sorgt. Er schenkt dir auch die Zeit dazu.

Eine Antwort auf „Die Wahl Gottes“

  1. Ich sehe das Problem aktuell, dass der Ruf Gottes nicht mehr so gehört wird, wie er gemeint ist. Für viele ruft eine ferne Gottheit, in schönen Erzählungen aufbereitet, Menschen in ferner Vergangenheit. Im Vordergrund steht kaum mehr der Gedanke, dass dieser Ruf auch hier und heute mir selber gelten könnte. Das passt vielen nicht in ihren Plan, den sie für ihr Leben haben. Ein wenig Besinnung im Gottesdienst würde nicht schaden, so denken sie. Hernach gehen sie aber schnell wieder zur Tagesordnung über: der Ausflug am Sonntag, die Vorbereitungen für die Arbeit am Montag. Für Rufe und Aufträge Gottes ist da kein Platz.

    Dass wir für Gottes Ruf keine Ohren mehr haben, liegt auch an der Verwässerung der Botschaft Gottes durch die dafür vorgesehenen Verkünder auf den Kanzeln. Diese „zeitgemäße“ Vermittlung darf aber nicht als Ausrede für den Einzelnen gelten. Nur weil hier kaum mehr gefordert wird als Aufrechterhalten der Mitgliedschaft in den Kirchen und der Entrichtung der Steuern und Spenden, kann uns das nicht befreien vom Anspruch Gottes, seinem Ruf zum Dienst an uns.

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