Wolfskinder

Ein Engel rührte Elia an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes.
1. Könige 19,5.8

Wir haben diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.
2. Korinther 4,7

Ich habe gestern eine Reportage von sechs erwachsenen Geschwistern aus dem Jahr 1990 gesehen, die wärend des letzten Krieges Furchtbares erlebt haben. Sie waren von ihren Eltern getrennt worden, erzählten von Hunger, Kälte und Bedrohung durch Wölfe. Sie bettelten im litauischen Land und blieben als Knechte auf den Bauernhöfen verstreut. Keiner wusste vom andern. Selbst ihre Muttersprache war ihnen fremd geworden als sie sich durch den Dienst des Roten Kreuzes nach Jahren wiederfanden.

Es fiel mir auf, dass Glaube in der Reportage überhaupt keine Rolle spielte und auch nicht ein Dank des Überlebens zum Ausdruck kam. Was ist das für eine große Last, die sie da ein Leben lang herumtragen ohne sie jemals vor Gott gebracht zu haben?

Mein Gedanke ist: Sie lernten das Beten nicht und können mit Schuld und Vergebung nicht umgehen. Was bleibt ist die Ohnmacht und Verdrängung. Doch ist für jeden Menschen, egal war er mitgemacht hat, die Liebe Gottes gewiss, so er sich IHM öffnet und Jesu Leben und Tod versteht. Die Gnade Gottes ist uns allen zuteil, wenn wir an die Heilsbotschaft glauben. Sie bewirkt in uns neue Kraft und Lebensfreude.

Eine Antwort auf „Wolfskinder“

  1. Als Wolfskinder bezeichnet man Kinder, die abseits der Zivilisation, abgetrennt von ihren leiblichen Eltern aufgewachsen sind. Nicht immer gesichert ist, ob manche von ihnen tatsächlich von Tieren wie Wölfen oder Hunden aufgezogen wurden. Das Schicksal der sechs Kinder einer Familie aus Ostpreußen ist dagegen hinreichend dokumentiert. Sie haben in Litauen getrennt voneinander bei Bauern überlebt und haben sich später auf „wundersame Weise“ wiedergefunden.

    Natürlich muss man nicht rätseln, „wer“ dieses Wunder bewirkt hat. Die Geschichte der Kinder ist ein Beispiel für die Fürsorge Gottes, die jedem Menschen zuteil wird. Er will nicht, dass nur einer verlorengeht. Interessant wäre die Frage, ob die Kinder es im Nachhinein nicht auch so gesehen haben. Sie wurden im Film wohl nicht danach gefragt. Eine Dokumentation wird immer aus einem bestimmten Blickwinkel erstellt. Wenn wir das Geschehen nicht im Sinne einer Führung Gottes interpretieren, dann bleibt uns neben dem Staunen darüber nur die fragmentarische Erkenntnis, dass es „wundersam“ anmute.

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