Schau nicht auf Äußerlichkeiten

Gestern war ich wieder zu Besuch im Krankenhaus. Die 96 jährige Dame, die ich nur hervorragend gekleidet kenne, mit hübschem, freundlichem Gesicht, brauchte Seelennahrung, so meine Gedanken.
Immer spricht sie mich auf mein Aussehen und die Kleidung an, doch ich weiß, dass es Ablenkung ist.

Lk 12,2 3….der Mensch ist wichtiger als seine Kleidung.

Weil ich weiß, was ihr wichtig war und sie jetzt andere Prioritäten braucht, in den letzten Tagen ihres Lebens, nehme ich mir Zeit, über das Sterben mit ihr zu reden. So braucht sie mich, weil sie ehrlich sein darf. Sie muss nicht mehr über Mode reden oder das was sie längst abzulegen bereit ist.
Gerne würde sie einschlafen und nicht mehr aufwachen und direkt in  Gottes Reich eingehen. So ermutigten wir uns gegenseitig über das Nachhausegehen.
Wir dürfen hier unsere Wohnungen verlassen und bekommen eine Neue. Sie sagte, dass sie vergessen hat, wie es bei ihr zuhause aussieht, in all den Wochen, wo sie schon im Krankenhaus ist.
Dann meinte ich, dass es doch gut ist, wie der HERR dafür sorgt, dass wir alles leicht zurück lassen können.
Die Zeit die wir gemeinsam verbringen ist liebevoll und angenehm. Ich streichle ihren Rücken und wir sitzen zusammen auf dem Bett. Ich halte ihre Hand und wir spüren dass der HERR mit uns ist.

Bald werde ich sie wieder besuchen und ich weiß, dass alle Ängste von ihr gewichen sind und das Tor zum Himmel offen steht. Der HERR bestimmt selbst, wann wir hineingehen dürfen. Wir sind bereit – so unser Denken.

Gebet
Herr, es ist immer wieder gut über das Nachhausegehen nachzudenken und danke, dass Du uns dann auch die richtigen Gedanken gibst, die sämtliche Unsicherheiten vertreiben. Segne unseren Tag und lasse uns gerade in der letzten Stunde nicht allein. Amen