Mittragen von Sorgen und Lasten

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Gal 6,2

Als ich zu Unrecht vor Gericht stand, weil eine befreundete Rechtsanwältin etwas Wichtiges in Sachen Mietgesetz übersehen hatte, war ich sehr froh, dass eine Kollegin mich begleitete als ich den Prozess verlor.

Mit ein Grund war, dass ich den Termin verpasste, den die Anwältin nicht mitteilte, obwohl wir uns noch abends zuvor im Chor gesehen hatten. Sie vergaß viel und ich war zweifach enttäuscht worden.  Ich wurde zu 1800,00 DM Renovierungskosten verdonnert, die für mich damals als Alleinerziehende schwer zu verkraften waren und im Grunde nur auf dem Papier stattfanden.

Der Vermieter kannte natürlich die einheimischen Handwerker, die ihm bereitwillig ein Gutachten erstellten, das völlig ungerechtfertigt war, denn es handelte sich um ein paar Kratzer im Holzboden am Schreibtisch meines Sohnes. Mit der Vormieterin, die ebenso alleinerziehend war, haben sie es genauso gemacht. Sie musste die Türen bezahlen.

Sämtliche Räume wurden also begutachtet vom Maler ebenso wie von einem Fußbodenspezialisten.  Dadurch dass ich einen 10 Jahresvertrag hatte, stand im Vertrag, dass ich die Wohnung in einem renovierten Zustand verlassen werde. Das hat die Anwältin nicht gewusst, weil sie den Vertrag garnicht gelesen hat. Sie sagte, ich wäre im Recht, weil man innerhalb eines Jahres nicht renovieren muss. Ich könnte einfach ausziehn.

Die Vermieter  hatten keine Kinder und behandelten mich und meinen Sohn, wie Pflege-Eltern. Das haben wir uns zunächst gefallen lassen. Dann nahmen wir aber ihre ständigen Einladungen zum Essen nicht mehr an und es kam sogar zu einer Ohrfeige gegenüber meinem elfjährigen Sohn, der sich mit einem ablehnenden Spruch zu wehren versuchte.

Damals war ich sehr froh um die junge Kollegin, die mich tröstete und das Leid mit mir trug. Sie fühlte mit mir und das tat mir gut.

Wie ist es im Glauben?  Was hat sich heute geändert?

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Er hat mir auch durch Menschen schon viel Gutes getan und ich bin ihm sehr sehr dankbar.