2. Fortsetzung des Zeugnisses

von Sam Stern

Mein erstes Zusammentreffen mit Nichtsjuden.

Als ich sechs Jahre alt war, wollte ich einmal außerhalb des jüdischen Ghettos spazieren gehen. Plötzlich warf ein anderer Junge einen Stein nach mir und schrie: „Jude, Jude!“

Als Kind wusste ich nichts vom Hass des Nichtjuden gegen Juden. Ganz überrascht und verängstigt rannte ich nach Haus und erzählte es meiner Mutter:“Ein Junge hat mich mit einem Stein beworfen und ‚Jude, Jude‘ gerufen. Warum schmeißt dieser Junge mich mit Steinen? Warum nennt er mich ‚Jude‘? Ich kenne diesen Jungen doch garnicht. Warum hasst er mich, wenn ich ihn noch nie vorher gesehen habe? “

„Er ist Christ und die Christen hassen die Juden. Auch wenn er dich nicht kennt, ist er dein Feind.“
„Aber warum ist er mein Feind“, fragte ich weiter.

„Er glaubt, was man ihm erzählt hat. Die Priester, seine Lehrer und seine Eltern erzählen ihm, dass er die Juden hassen muss. Darum hasst er dich, auch wenn er keinen Grund dazu hat. Aber wenn der Messias kommt, dann werden wir nicht mehr die Letzten, sondern die Ersten sein. Dann werden wir nach Palästina zurück gehen und niemand wird uns mehr verfolgen.“
„Aber wann kommt der Messias?“fragte ich weiter.
„Das wissen wir nicht, aber eines Tages wird er kommen. Dann werden wir nicht mehr unter den Christen leiden.“

Diese Hoffnung auf das Kommen des Messias begleitete mich durch mein ganzes Leben und half mir, Leiden und Demütigungen von meinen nichtjüdischen Nachbarn zu ertragen.

Fortsetzung folgt.

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