von Sabina
Sabinas Tagebuch
Mein Glaubensweg
Du zeigst mir immer wieder, dass Menschen alles können, wenn sie auf dich vertrauen.
Ich habe trotzdem Angst, aber auch die Gewissheit, dass Deine Liebe und mein Vertrauen größer sind, als meine Angst.
(06.06.1999)
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Gerade dachte ich an Chris und ihr unerschütterliches Vertrauen in dich, ihren so einfachen Glauben. Wie schön das doch ist.
Aber ich möchte meine Kämpfe und Schmerzen und Tränen und Verzweiflung nicht dagegen eintauschen. Wenn das mein Weg ist, will ich ihn gehen, bis ich ganz bei Dir bin.
Segne mich, Herr!
(30.06.1999)
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Nichts ist für Dich verloren, Herr, wenn ich es nur in Deine Hände lege.
Nichts kann mich von Deiner Liebe trennen. NICHTS.
(19.07.1999)
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„Herr, bitte frag mich!“ -
„WER BIN ICH FÜR DICH?“
„Du bist der, der meine Last trägt.“
Du nimmst mir alles ab, wenn ich es nur vor dich bringe. Du hilfst mir, Du trägst mich durch schwere Zeiten. Ich muss meine Last nicht alleine tragen. Du bist immer da, wenn ich Dich brauche. Alles, was für mich zu schwer ist, was droht, mich zu erdrücken und zu ersticken, kann ich Dir übergeben. „Kommt zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will Euch erquicken.“
„Du bist der, der immer gegenwärtig ist.“
Du warst schon immer da, und wirst immer da sein. Und Du bist auch jetzt immer da, bei mir, über mir, unter mir, neben mir, um mich herum, in mir. Ob ich es spüre oder nicht, ob es mir bewusst ist oder nicht. Ob ich glücklich bin oder verzweifelt, voller Vertrauen oder ganz leer. Ob ich mich gegen Dich wende, von Dir abwende, dich verletze, bete, singe, schlafe, arbeite... DU BIST DA. Für mich.
„Du bist der, der mein Innerstes kennt.“
Du kennst jeden Winkel meiner Seele. Jede gute Seite, jeden Abgrund. Auch die Tiefen, zu denen ich selbst nicht mehr vordringen kann, die Erinnerungen, die ich verdrängt habe, die Verletzungen, die ich längst zugeschüttet habe. Du kannst sie anrühren und heilen, wenn du willst und ich Dich darum bitte.
Du weißt, wie ich’s meine, vor Dir kann ich ich sein, brauche ich mich nicht zusammenzureißen, nicht zu verstellen. Ich kann mich ganz öffnen und Dir mein Innerstes preisgeben – Du wirst es nicht gegen mich verwenden und mich verletzen, Du wirst mich trösten und heil machen.
„Du bist der, der meine Schuld vergibt.“
Jede Schuld, egal wie groß oder wie klein. Egal wie oft. Immer und immer wieder. Wenn ich sie nur vor dich bringe und Deine Vergebung annehme. Bedingungslos. Endgültig. Ohne wenn und aber.
Die Schuld, die ich vor Dich gebracht habe, ist weg, ausgelöscht. Ich brauche nicht mehr daran zu rühren. Du vergibst, nimmst die Schuld weg, damit ich leben kann.
„Du bist das Licht in meiner Dunkelheit.“
Wie dunkel es auch immer in mir oder um mich herum sein mag – Dein Licht genügt, um alle Dunkelheit zu vertreiben. Wenn alles andere unwichtig wird, wenn mir nichts mehr bleibt, woran ich mich klammern kann, wenn ich nur noch Verzweiflung, Versagen, Schuld spüre – Dein Licht ist stärker als alle Dunkelheit. Stärker, als alle Angst. Stärker, als alle Zweifel.
„Du bist die Flamme in meinem Herzen, die niemals erlischt.“
Mein Glaube, mein Vertrauen, meine Hoffnung können – vorübergehend – aufhören. Aber dennoch brennt in meinem Herzen ein kleines und unscheinbares Flämmchen, das niemals ausgeht und nur darauf wartet, von neuem entfacht zu werden.
Du wartest auf mich.
„Du bist der, der mich zuerst geliebt hat.“
Du hast mich gewollt. Du hast mich geliebt, bevor ich war. Du hast mich bei meinem Namen gerufen. Ich bin Dein. Ich bin wertvoll in Deinen Augen. Ich bin Dein geliebtes Kind. Du liebst mich so wie ich bin mit Deiner unendlichen Liebe. Ich muss nichts tun, um sie zu verdienen, und durch nichts, was ich tue, kann ich sie verlieren. Niemals. Vielleicht kann ich Dich durch mein Verhalten verletzen, beleidigen, kränken, aber deine Liebe zu mir hört niemals auf. Unfassbar ist das! Viel zu groß für meinen Verstand.
Ich bedeute Dir soviel, dass Du bereit warst, einen so schrecklichen Tod freiwillig zu sterben, damit ich leben kann. Das ist noch immer unbegreiflich für mich. Ein so großes Geheimnis. Vielleicht werde ich es irgendwann einmal verstehen.
(19.08.99 aufgeschrieben, aber über 1 Jahr lang nach einem Impuls in Taizé gebetet – die Überschriften waren fest und es kamen mit der Zeit weitere hinzu – die Zwischentexte waren frei)
Ein Mann träumt, er kommt in einen Laden. In den Regalen steht er vor verschiedenen Dosen. Hinter der Theke ein Engel. Der Mann fragt: „Was kann ich bei Ihnen kaufen?“ Der Engel sagt: „Bei uns können Sie alles kaufen, was Sie sich wünschen.“ Da der Mann ein gutes Herz hat, sagt er: „Gut, dann nehme ich das Ende aller Kriege, Brot für alle Hungernden, Verständigung zwischen den Völkern und Einheit in der Kirche.“ Der Engel lächelt und sagt: „Sie haben mich falsch verstanden. Sie bekommen hier keine Früchte. Wir verkaufen hier nur die Samen.“
(aus: Anstöße vom 17.11.1999)
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Das „verhängnisvolle“ Gebet:
„Ich will bei Dir sein.
Herr, wenn es Dein Wille ist, lass mich wieder den Grund berühren.
Ich kann es noch hundert mal aushalten, wenn ich weiß, dass Du dahinter stehst.
Wenn es notwendig ist, nimm mir alles andere weg, damit der Blick auf Dich frei wird.
Aber schenke mir großes Vertrauen. Ich habe solche Angst, dass nichts übrig bleibt.“
(04.12.1999 – no comment)
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Ich habe keine Angst, vor Dich zu treten. Nicht, weil ich so gut bin, sondern weil Du so barmherzig bist.
(18.12.1999)
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Vielleicht muss ich Dich noch nicht einmal lieben, um mich ändern zu können. Vielleicht genügt es, wenn ich Deine Liebe annehmen kann.
(19.02.00)
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„Wie kannst du nur so wenig Achtung vor dir haben, wo ich Dich doch so liebe?“
(20.02.2000 Aus dem Marilyn Monroe Film)
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Gott ist ein Gott der Gegenwart:
Wie er Dich findet,
so nimmt er Dich
und lässt Dich zu.“
(Kalenderspruch vom 21.02.2000 – Meister Eckhart)
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Ich will mit Dir gehen. Ich sehe den Weg nicht. Ich darf Dich bitten, ihn mir zu zeigen. Ich darf Dich um Kraft bitten, ihn zu gehen. Ich darf Dich um Vertrauen bitten und um Geduld. Ich bitte dich, dass Du mir hilfst, zu erkennen, wenn mich Gedanken von dir wegziehen wollen. Dass ich mich davon abwenden kann und mich nur noch stärker Dir zuwenden kann. Dass ich weitergehen kann auf meinem Weg. Dass ich mich immer wieder an dir ausrichten will. Mir immer wieder das Wesentliche vor Augen führen.
Du steht zu mir und wirst mich niemals fallen lassen. NIEMALS!
(09.04.2000)
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Da, wo ich jetzt bin, bin ich jetzt eben. Und jeder Ausgangspunkt ist gut genug dafür, dass Du mich zu Dir hin ziehen kannst, wenn ich Dich nur lasse.
(09.04.2000)
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Ich will mit Dir gehen.
Ich will mit DIR gehen.
Ich will MIT dir gehen.
Ich will mit Dir GEHEN.
ICH will mit Dir gehen.
Ich WILL mit Dir gehen.
Führe mich.
(09.04.2000)
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Herr, ich will ganz vor Dir sein. Ich will alle Teile meiner selbst vor Dich bringen. Meinen Körper, meinen Geist, meine Seele, meine Gefühle, meine Freude, meine Hoffnung, mein Vertrauen. Meine Angst, meine Zweifel, mein Zaudern. Meine Zerrissenheit und meine Ganzheit. Meine bösen Gedanken, meine Aggressionen, meine bösen Worte, meine Gemeinheiten, meine Ich-Bezogenheit, mein 2-3-4-Jahre altes Kind, meine Verletzlichkeit, mein Verletzen, meine Liebe, meine Heiterkeit, meinen Humor, meine Trauer, meine Unzufriedenheit und meine Sehnsucht, mein Innerstes und meine Masken, meinen Perfektionismus und meine Unvollkommenheit, mein mangelndes Selbstbewusstsein und meinen Stolz, meine Stimme und meine Liebe zur Musik, meine Freude an Sprachen, meine Sorgen und meine Abschottung, mein Bedürfnis nach Geborgenheit, meine Wut, meinen Schmerz, mein Lachen und meine Tränen, meine Ungeduld und meine Treue, meine Träume und meine Depression, meine Verzweiflung und meine Zuversicht, meinen Dank, mein Lob, meinen Glauben.
Ich möchte mich Dir so geben, wie ich bin, mit allem, was ich habe. Nimm mich so an. Wandle mich. DEIN Wille geschehe, auch an mir.
(10.04.2000)
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Wege
Es ist schön, die alten, bekannten Wege zu gehen. Ich kenne sie, kann sie abschätzen, fühle mich sicher auf ihnen.
Es ist aber auch schön, neue Wege auszuprobieren, sie machen neugierig, gehen ins Ungewisse, ich weiß nicht, wohin sie führen, aber verlaufen werde ich mich nicht.
Es tun sich immer neue Wege auf.
Auch die alten Wege können jedes Mal etwas anders erscheinen, neue Überraschungen und kleine Wunder bergen.
Die neuen Wege zu gehen verlangt Mut, aber ich gewinne dadurch weiter an Boden, erobere ein weiteres Stück dieser Welt, sehe neue Dinge.
Mitunter sind die neuen Wege nur Umwege oder andere Wege, um zum selben Ziel zu gelangen.
Es kann sein, ich entscheide mich für einen unbekannten Weg, weil er mir gefällt und mich neugierig macht. Aber dann muss ich in seinem Verlauf feststellen, dass er zu beschwerlich ist, mit Hindernissen versperrt, zu steil ist oder zu schnell ans Ziel führt. Dann muss ich den Mut und die Kraft haben, umzukehren und wieder auf den alten Weg zurück zu gehen. Bis zur nächsten Kreuzung, wo ich mich wieder entscheiden muss und darf.
Manche Wege führen im Kreis.
Andere findet man nur, wenn man aus einer bestimmten Richtung kommt, sonst sind sie verborgen.
Es gibt altbekannte Wege, die man nicht wieder erkennt, weil man glaubt, ganz woanders zu sein.
Und es gibt Wege, die neu sind, von denen man glaubt zu wissen, wohin sie führen, die aber ganz anders verlaufen. Die sich in unerkannter Schönheit öffnen und einen, wenn man glaubt, sich endgültig verirrt zu haben, direkt zum Ziel führen.
Andere unbekannte Wege beginnen in atemberaubender Pracht, ändern sich dann aber. Ich weiß nicht mehr, wo ich bin. Laufe weiter, bis ich nicht mehr kann und der Schmerz immer größer wird. Ich kann nicht umkehren und es gibt keine Alternative. Ich muss weiter gehen, jenseits der Kraft, jenseits des Schmerzes und jenseits der Hoffnung. Ich bekomme Angst in dieser Ungewissheit. Erinnere mich an ähnliche Erfahrungen und dass Du mich dann beschützt hast. Mein Vertrauen wächst wieder. Ich bin immer noch erschöpft, habe Schmerzen und will nur noch schon am Ziel sein, aber die Wahrnehmung wandelt sich, ich habe wieder Augen für die Schönheit um mich herum. Das macht es leichter, weiter zu gehen. Ich habe mich selbst überwunden, meine Angst, meine Erschöpfung, meine Mutlosigkeit, meine Verzweiflung, meinen Schmerz, meine Wut. Ich bin weiter gegangen und habe letztlich, als alles hinter mir war, nur noch Dir vertraut. Diese Erkenntnis gibt Kraft. Wenn ich nicht mehr kann, hilfst Du mir. Aber vor allem: als mir nichts mehr blieb, woran ich mich klammern konnte, habe ich meine Hoffnung auf dich gesetzt. Das war mir geblieben. Und das ist genug. Für alles.
Es gibt Wege, die kennt man so gut, dass man sie auch im Dunkeln findet und sicher gehen kann. Aber dennoch erscheinen sie einem anders in dem fahlen Licht, die Entfernungen sind nicht so klar, die Orientierung erfolgt eher aus dem Gedächtnis, als auf sicht. Man muss sich auf sein Innerstes verlassen, auf den eigenen Erfahrungsschatz, und nicht auf die äußeren Eindrücke. Geräusche klingen bedrohlicher, wenn man nicht weiß, was sich dahinter verbirgt, man kann nichts klar ausmachen oder erkennen, alles wirkt ganz anders, als man es gewohnt ist. Wir dürfen darauf vertrauen, dass du den Weg kennst und uns führen und behüten wirst.
(Aufgeschrieben vom 15.04. bis 16.05.2000 nach der Erfahrung bei den stundenlangen Spaziergängen im Wald. Die Parallelen zu meinen geistlichen Erfahrungen der letzten Jahre aus heutiger Sicht – 2005 - finde ich sehr frappant.)
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Morgengebet:
Herr, ich danke Dir für die Ruhe der Nacht, den ruhigen Schlaf, die kühle Luft, den Regen, die warme Bettdecke, das dichte Dach über dem Kopf, das warme Bett.
Ich danke Dir für diesen neuen Tag. Ich will ihn aus Deinen Händen annehmen. Hilf mir, ihn so zu leben, dass er gut vor Dir ist.
Ich will Dir diesen Tag heute Abend wieder zurückgeben, mit allem, was er gebracht hat, mit allen guten und schlechten Früchten, mit allem, was gelungen und misslungen ist, mit allem Unfertigen.
Du kannst vollenden, was ich begonnen habe, Du kannst wandeln, was mir missglückt ist. Du kannst vergeben, wo ich Fehler gemacht habe.
Segne mich für diesen Tag, und alle, denen ich heute begegne. Segne alle Menschen, mit denen ich verbunden bin, an die ich denke, die an mich denken. Hilf mir, dass diejenigen, denen ich begegne, nach der Begegnung mit mir glücklicher sind. Hilf mir, Deine Liebe und Deine Vergebung, die ich jeden Augenblick empfange, weiter zu geben.
(29.08.2000)
Ich freu mich über eine Email (Sabina Holm)
